Mittwoch, 19. November 2014

La Machita en Costa Rica

"Pünktlich" zur hora tica, in andere Worte gefasst ziemlich unpünktlich und mit langer Verzögerung erreicht euch nun endlich wieder ein Lebenszeichen von mir.
Nicht nur die Gemütlichkeit und Unpünktlichkeit (hora tica) gehören mittlerweile zu meinem Alltag als Machita-die kleine,blonde,blauäugige- sondern auch dieser Ausruf der hier in einem latinoamerikanischen Land verbunden mit Pfiffen und anderen Rufen wie Amor! Linda! ein stark auftretendes Phänomen von Männern aller Altersstufen darstellt. Selbst die Kleinsten lernen und praktizieren diese Eigenart an der Hand der Eltern. Nicht nur die Ticos mit ihren Eigenarten sind mir immer mehr ans Herz gewachsen auch das vielseitige kleine Land hat es mir angetan.
Dank der kleinen Distanzen innerhalb des Landes und dem zu Ausflügen einladende Klima konnte ich innerhalb der letzten drei Monate viele wunderschöne Plätze von Costa Rica erkunden und viele weitere Ausflüge  sind noch geplant. Das Land hat dank einem Gebirgszug von Norden nach Süden unterschiedliche Klimatypen und so findet man immer ein trockenes schönes Örtchen zum Verweilen für ein paar Tage. So kam ich in den Genuss die karibische Küste mit dem einst ruhigen Reggae-Fischerdörfchen Puerto Viejo ,dem entlang der Küste gelegenen  Nationalpark Cahuitta und der etwas schmuddeligen Stadt Limón ,welche zur Karnevalszeit aufblüht,zu besuchen.
Puerto Viejo hat eine unheimlich nette Atmosphäre, da herrliche ruhige Strände, bunte Häuser, Reggae Musik, leckeres Essen und eine bunte Mischung von unterschiedlichen Menschen für eine ausgelassene Stimmung sorgen.
Der einmalige Kulturmix entstand während der Kolonialzeit, da viele Jamaikaner an die Karibik Küste kamen um auf Bananenplantagen und beim Bau von Eisenbahnlinien mitzuhelfen und sich so unter die einheimische Bevölkerung gemischt haben.
Nicht nur an der Karibik Küste kann man einen interessanten Kulturmix erkennen sondern auch an der eher westlich geprägten Pazifikküste mit ihren weltweit bekannten Surfstränden und einzigartigen Nationalparks und besonders in der Hauptstadt San José, die verschiedenste Kulturen in einer Stadt vereint. Die meisten Ausländer, die das Land beherbergt sind Nicaraguaner (nicas) die aufgrund von Armut im eigenen Land nach Costa Rica kommen um zu arbeiten und von 5 Mio Einwohner mindestens 1/5 der Bevölkerung ausmachen.
Wie viele andere Ticos besitzt auch meine Familie eine "Muchacha" (Hausangestellte) aus Nicaragua, die neben den Hausarbeiten sich auch ab und zu die Zeit nimmt um mir ein wenig über ihre persönlichen Geschichten zu erzählen und von ihrem Land zu schwärmen.
Da ich nur ein Visum für3 Monate bekommen habe musste ich Anfang des Monats für ein paar Tage ausreisen und habe mich für das ärmste und größte Land Mittelamerikas entschieden: Nicaragua und hatte somit die Möglichkeit mir selbst einen Eindruck vom Länder der "tausend Vulkane und Seen" und den Nicas zu machen. Begleitet von Freunden ging es mit dem Bus nach 10-stündiger Fahrt in die am großen Nicaraguasee gelegene Kolonialstadt Granada.
Granada ist die älteste Stadt Mittelamerikas und bietet neben den vielen bunten Häusern und Gebäuden im Kolonialstil mit netten Cafés und kleinen Inselchen im See einen unglaublichen Blick auf den Vulkan Mombacho mit seinen Rauchschwaden.
Wir hatten wunderschöne Tage dort und auch das Glück, dass wir von einer Einheimischen die Umgebung und ihr Lands mit allen den Geschichten, Bräuchen und Liedern gezeigt bekommen haben.Seit Neustem macht Nicaragua wieder weltweit große Schlagzeilen mit einem geplanten künstlichen Kanal mitten durchs Land, der von chinesischen Investorensubventioniert wird und ein Konkurrenzkanal zum nun 100-jährigen Panamakanal darstellen soll.
Kaum war das kleine Abenteuer in Nicaragua beendet wurde ich mit offenen Armen und strahlenden Gesichtern von meiner Familie empfangen und sogleich wieder in die täglichen Abenteuer der Familie eingebettet. Es ist so ein schönes Gefühl Familienmitglied zu sein und nicht als Angestellte behandelt zu werden Spätestens an dem Tag als meine niñas  von meinem Teller im Restaurant genascht und stibitzt haben wusste ich bin ein "akzeptiertes Familienmitglied"
-mit so einem schönen Gedanken mach ich nun an dieser Stelle einen Punkt, damit ich noch meine Vorbereitungen für die kommende Reise mit meinem Freund fertigstellen kann.
Seid herzlichst gegrüßt von eurer glücklichen Leonie im Lande der Ticos! PURA VIDA!


Puerto Viejo:
ganz bunt und fröhlich wie diese Bar/Restaurant


Puerto Viejo: Sonnenaufgang


Tamarindo (Pazifik): playa avellana



Tamarindo Villa blanca/unser Ferienhaus
 
 
Über den Dächern von Granada
 
 
Typische Tracht von Nicaragua


Unsere liebe Reisebegleiterin
Affeninsel auf einer der "islitas"


 
 Auf dem Vulkan Massaya
 

Transportmittel der Ärmeren

Typisches Frühstück: Gallo Pinto mit Rührei
 

mi familia :)



unterwegs auf dem Vulkan Irazú
Halloween im Condominio




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