Samstag, 13. September 2014

Pura Vida

Pura Vida: Das Lebensmotto der Ticos- zu Deutsch pures Leben- wird hier in Costa Rica oft zur Begrüßung, zum Abschied oder als Ausdruck von Freude verwendet und beschreibt das Lebensgefühl der Costaricaner sehr gut und kompakt in zwei kleine Wörter.
Als Teil einer costa-ricanischen Familie erfahre ich dieses Lebensgefühl tagtäglich am eigenen Körper. Egal ob man mit verschlafenen Gesichtern das morgendliche Gallo Pinto (weißen Reis mit Bohnen und variabel dazu Eier,Käse,Kochbananen) zu sich nimmt, man von einer heftigen Regenwalddusche aus heiterem Himmel überrascht wird oder man sich in das Getümmel der Avenida Central begibt..Zeit für ein Lächeln und ein wenig Gelassenheit gibt es immer.
Die "Ticos" und "Ticas",wie sie sich selbst nennen, sind sehr stolz auf ihr Land und genießen einen größer werdenden Wohlstand, da dank der Abschaffung des Militärs in den 50gern viel Geld in Bildungssysteme gesteckt werden konnte.
Dies hat nicht nur zur Folge, dass das Bildungsniveau annährend mit dem europäischen Niveau verglichen werden kann sondern auch zunehmend die Kriminalität sinkt.
Da die florierende Wirtschaft sehr stark von Amerika abhängt wird der amerikanische Einfluss auf Kultur,Essen und Sprache zunehmend größer.
Am Stärksten werden die Veränderungen bei den Kindern deutlich so gibt es beim Kindergeburtstag keine traditionelle Piniata mehr sondern wird ersetzt von riesigen künstlichen Torten und "Schnick Schnack", anstatt schöne Märchenbücher am Abend gibt es Unterhaltung von Disney und auch Kinderlieder sind für die Mädels " super owt" -> out und stattdessen werden die Charts hoch und runter gehört.
Aber das absurdeste Beispiel ist für mich ist immer noch die Tatsache, dass obwohl Costa Rica weltweit einer der beliebtesten Kaffeesorten besitzt und produziert ,der Kaffee beim Starbucks nebenan  mit der Aufschrift: Café de Costa Rica  gekauft wird.
So genieß ich jeden morgen, nachdem die Mädchen in der Schule sind, eine Tasse weitgereisten heimischen Kaffee beim morgendlichen Frühstücken und Tratschen mit meinen Gasteltern.
Mittlerweile bin ich hier richtig schön in die Familie integriert und übernehme die unterschiedlichsten Rollen: große Schwester, Spielkameradin, Köchin, großes Kuschelkissen ,Basteltante, Friseurin, Zuhörerin, Streitschlichterin, Touristin, Spanischlernende,..im großen und ganzen ein Nehmen und ein Geben. Als Gegenleistung für meine Zeit und Energie mit den Mädchen sehe ich viele unterschiedliche Plätze in Costa Rica bei den wochenendlichen Ausflügen, lerne so das Land mit seinen Leuten hautnah kennen und erlerne nebenbei eine weitere Sprache.
Meine neue Heimatstadt San José ist in vielerlei Hinsicht eine konträre Stadt: Neben den Blechhütten der Ärmeren entstehen vielerlei condominios (gated communities ) mit großen stabilen Häusern.Während es in den Randgebieten viel grün zu sehen gibt ist das Zentrum der Stadt versiegelt und der Smog ist ein alltäglicher Begleiter außerdem ist es in höher gelegenen Gebieten teilweise sehr frisch und im Zentrum dagegen gleich um  5-6 °C wärmer und sehr schwül.
Trotz allem liegt San José durch seine zentrale Lage genial um tägliche Ausflüge in verschiedene Regionen zu machen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
Um noch einiges an Erzählmaterial für kommende Einträge aufzubewahren setzt ich an dieser Stelle mit einem glücklichen und zufriedenen Leonielächeln einen (.) Punkt und wünsche euch an der Stelle: Pura Vida! ;)
kleine Inidanerbemalung

Sonnenuntergang vom Balkon aus :)

der selbstgebastelte Schneemann im Einsatz zur Erheiterung der Kinderherzen :)