Montag, 16. Februar 2015

El tiempo huye- die Zeit vergeht wie im nu!


„Jede Zeit ist umso kürzer,wenn man glücklich ist“

Kennt dieses Phänomen nicht jeder,dass die Zeit zu fliehen scheint wenn man eine schöne Zeit erlebt und glücklich ist?! Ich jedenfalls kann es kaum glauben,dass meine 6 Monate hier in Costa Rica bei meiner Familie und meine Zeit als große Schwester von drei Prinzessinnen nun schon zu Ende ist. Während den 6 Monaten habe ich viel über die Kultur gelernt und miterlebt,ihre Sprache erlernt und ihre Mundart mir angewöhnt und viele Teile des Landes zu sehen bekommen.
Auf meinen vielen Reisen durchs Land mit unterschiedlich aber stets netter Begleitung habe ich von nah ruhenden Giftschlangen, über unterschiedlichst gefärbte Sandstrände und thermalwasserwarmen Flüssen zum baden bis hin zu mir unbekannten Dschungelgewächs Vieles zu sehen bekommen.

Trotz der Tatsache, dass Costa Rica in etwa der Größe von Niedersachsen entspricht weist das Land eine hohe Biodiversität auf. Nicht nur die Flora, die von immergrünen tropischen Regenwald,Nebelwälder bis hin zu Trockenwälder reicht ist beeindruckend,sondern ebenso die Fauna. Zahlreiche Säugetiere leben in der Region,die als Landbrücke sowohl Einflüsse von Nord-als auch Südamerika aufweist. So lassen sich aus Nordamerika zugewanderte Säugetiere wie Raubkatzen,Füchse und Rotwild als auch die aus Südamerika stammenden Faultiere und Ameisenbären vorfinden.

Aber nicht nur die Natur ist anziehend für die rund 2,1 Millionen Touristen jährlich sondern auch die Wesensart der Ticos. Sie zählen laut einer Studie zu den glücklichsten Menschen der Welt trotz Korruption,steigenden Lebenshaltungskosten,Verschuldung,Verkehrsinfarkt und zunehmender Kriminalität. Die friedliebenden und freundlichen Ticos haben einer sehr positive Lebenseinstellung und das Heute interessiert hier mehr als das Morgen. So haben sie Zeit ein Schwätzchen mitten auf der Straße zu halten, die warmgewordene Cola des Busfahrers wird kurz durch eine Kühle aus dem Kühlschrank des Kiosks getauscht und wenn man eben mal 3 Stunden im Wartezimmer des Arztes verbringt wird die Zeit mit Knabbereien und gelassenen Gesprächen versüßt.

Dank der offenherzigen Wesensart der Ticos ist es mir somit nie schwergefallen Kontakt mit ihnen aufzubauen und kleine Freunschaften entsehen zu lassen.
So war ich auch Teil einer Sportgruppe bestehend aus unterschiedlichsten Frauen aller Altersstufen in einem ärmeren Viertel und wir haben von gemeinsamen ausgelassen tanzen beim Zumba bis hin zu Krafttraining und Gymnastik auf Babydecken,Schaumstoffkissen oder Strandmatten alles gemacht. Es war eine wunderbare Gemeinschaft mit viel Herz und es hat sich immer angefühlt wie eine große Familie,die nicht nur zusammen Sport macht sondern auch zusammen Probleme löst oder Hilfe leistet.

Mit jedem weiteren Tag sind mir die Ticos und meine Familie mehr ans Herz gewachsen und ich wurde nur noch begrüßt als die kleine „machita“, die große Schwester oder große Tochter . Während sie sich die Zeit genommen haben mir viel von ihrer Kultur, ihren Philosophien und Eigenheiten zu zeigen, habe ich im Gegenzug ihnen viel von meiner schönen Heimat und unserer Kultur erzählt, ihnen ein wenig deutsch beigebracht und in Form von meinen Kochkünsten sie mit Kässpätzle,Knödel,Rouladen,Rotkraut und anderen Köstlichkeiten auf den Geschmack gebracht.

Während der schönen Weihnachtszeit, in der es stets gemütlich und familiär wird,haben sie mich ganz liebevoll mit eingebunden und nach und nach kam doch ein kleines Weihnachtskribbeln auf. So hat das ganze Haus nach selbstgemachten Plätzchen (nach Omas Hausart) und Glühwein gerochen, wir haben als Schneeersatz bei 25 °C Schneeflocken aus Papier gebastelt und beim Trällern von „feliz navidad“ einen so richtig überhäuften,kitschigen und klitzerigen Weihnachtsbaum geschmückt. Natürlich durfte die Tamalproduktion während dieser Zeit auch nicht fehlen. Das Gericht Tamal ist typisch für die Dezemberzeit und besteht aus Maisteig bestückt mit Fleisch,Gemüse,Nüsse oder andere Zutaten je nach Geschmack und wird dann in Bananenblätter eingehüllt gedämpft.Ähnlich wie bei uns das Plätzchen austauschen jedes Jahr wird das selbe auch mit dem Tamales gemacht und am Ende hat man ganz verschiedene Tamales. Auch Silvester im Kreise von vielen Freunden und mit einem gigantischen Ausblick über die ganze Stadt war wunderschön anders und hat mich mit viel Freude und gut ins neue Jahr gebracht.

Im neuen Jahr musste ich aufgrund meines 90-Tage Visum erneut ausreisen und so hab ich mich mit Freunden aufgemacht nach Panama City mit einer 16-stündigen Busfahrt. Eine lange Reise mit typisch Latino viel Durcheinander an den Grenzen aber mit der Gelassenheit der Ticos, vielem Fragen und einem netten Lächeln im Gesicht gut machbar und durchaus eine Erfahrung wert.
Die Hauptstadt Panamas liegt direkt am Pazifik und da sie aufgrund des nebenan liegenden Panamakanals eine wirtschaftliche Weltstadt ist und das Stadtbild geprägt von Hochhäusern ist, wird sie auch als Miami Zentralamerikas bezeichnet. Man kann neben höchst modernen und komplexen Hochhäusern auch schöne Kolonialbauten im Casco viejo sehen und natürlich gibt es auch zwischen den riesigen Gebäudekomplexen immer wieder runtergekommene Wellblechsiedlungen.
Sehr auffallend war aber auch die unfreundliche barsche Art der Panameños mit ihrem nuschelnden Spanisch. Trotz allem haben wir schöne,interessante und eindrucksvolle Tage in einer modernen und konträren Stadt erlebt.

In ein paar Tage ist es also soweit und ich leg all meine hier eingenommenen Rollen als Spielkameradin,Tränen-aus-dem Gesicht-Tupferin, Unterstützerin, Chauffeurin, Ratgeberin, Kuschelkissen, Aufpasserin, Köchin,Lächeln-ins-Gesichtzauberin oder einfach nur als Zuhörerin und Freundin ab und mach mich bereit für 2 Monate Backpacking mit meinem Papalino von Costa Rica aus über Panama und Kolumbien nach Peru.

Ich sehe dem Ende mit gespaltenen Gefühlen entgegen, denn zum einen habe ich meine Familie tief ins Herz geschlossen, mit ihnen vieles erlebt und werde  definitiv dieschönen langen Gespräche mit meinen Gasteltern und die Gute-Nachtküsse mit herzlichen Umarmungen meiner Mädels vermissen. Auch wenn sie ganz schöne Nervensägen sein konnten haben sie mir all die Mühe stets mit lieben Gesten/Worte, schönen Momenten und Ausflügen zurückgezahlt.
Auf der anderen Seite freue ich mich jetzt unheimlich auf meine wieder erworbene Freiheit,Unabhängigkeit und auf all die Abenteuer, die auf mich und meinen lieben Papalino warten.

Ich vermiss euch Lieben alle so sehr und hab euch tief in meinem Herzen! Ich hoffe es geht euch wunderbar egal wo ihr euch gerade befindet :)
Ich freue mich euch dann ab Mai wiederzusehen und wunderbare Dinge gemeinsam zu erleben!
Les echo de menos y que les vaya bien.
Con cariño Leonie



Eine  18 tägige Reise durch Costa Rica mit dem Auto und dem lieben Freund im Gepäck - Vulkan Arenal

Rincón de la vieja -hot springs mit "Heilerde"
Rincón de la vieja


Baumriesen


ruhende volgegessene Boa

 

nicht nur reisen auch einmal entspannen darf sein- Montezuma

nur eine von 10.000 überlebt..vielleicht war es ja diese :)


Río Celeste- natürlich blauer Fluss

Playa Conchal- Muschelstrand

Weihnachtszeit- meine große kleine Schwester

Feliz Navidad

Feliz año nuevo


 
meine drei princesas

Guanacasteurlaub


Panama city- Skyline bei Nacht



Mittwoch, 19. November 2014

La Machita en Costa Rica

"Pünktlich" zur hora tica, in andere Worte gefasst ziemlich unpünktlich und mit langer Verzögerung erreicht euch nun endlich wieder ein Lebenszeichen von mir.
Nicht nur die Gemütlichkeit und Unpünktlichkeit (hora tica) gehören mittlerweile zu meinem Alltag als Machita-die kleine,blonde,blauäugige- sondern auch dieser Ausruf der hier in einem latinoamerikanischen Land verbunden mit Pfiffen und anderen Rufen wie Amor! Linda! ein stark auftretendes Phänomen von Männern aller Altersstufen darstellt. Selbst die Kleinsten lernen und praktizieren diese Eigenart an der Hand der Eltern. Nicht nur die Ticos mit ihren Eigenarten sind mir immer mehr ans Herz gewachsen auch das vielseitige kleine Land hat es mir angetan.
Dank der kleinen Distanzen innerhalb des Landes und dem zu Ausflügen einladende Klima konnte ich innerhalb der letzten drei Monate viele wunderschöne Plätze von Costa Rica erkunden und viele weitere Ausflüge  sind noch geplant. Das Land hat dank einem Gebirgszug von Norden nach Süden unterschiedliche Klimatypen und so findet man immer ein trockenes schönes Örtchen zum Verweilen für ein paar Tage. So kam ich in den Genuss die karibische Küste mit dem einst ruhigen Reggae-Fischerdörfchen Puerto Viejo ,dem entlang der Küste gelegenen  Nationalpark Cahuitta und der etwas schmuddeligen Stadt Limón ,welche zur Karnevalszeit aufblüht,zu besuchen.
Puerto Viejo hat eine unheimlich nette Atmosphäre, da herrliche ruhige Strände, bunte Häuser, Reggae Musik, leckeres Essen und eine bunte Mischung von unterschiedlichen Menschen für eine ausgelassene Stimmung sorgen.
Der einmalige Kulturmix entstand während der Kolonialzeit, da viele Jamaikaner an die Karibik Küste kamen um auf Bananenplantagen und beim Bau von Eisenbahnlinien mitzuhelfen und sich so unter die einheimische Bevölkerung gemischt haben.
Nicht nur an der Karibik Küste kann man einen interessanten Kulturmix erkennen sondern auch an der eher westlich geprägten Pazifikküste mit ihren weltweit bekannten Surfstränden und einzigartigen Nationalparks und besonders in der Hauptstadt San José, die verschiedenste Kulturen in einer Stadt vereint. Die meisten Ausländer, die das Land beherbergt sind Nicaraguaner (nicas) die aufgrund von Armut im eigenen Land nach Costa Rica kommen um zu arbeiten und von 5 Mio Einwohner mindestens 1/5 der Bevölkerung ausmachen.
Wie viele andere Ticos besitzt auch meine Familie eine "Muchacha" (Hausangestellte) aus Nicaragua, die neben den Hausarbeiten sich auch ab und zu die Zeit nimmt um mir ein wenig über ihre persönlichen Geschichten zu erzählen und von ihrem Land zu schwärmen.
Da ich nur ein Visum für3 Monate bekommen habe musste ich Anfang des Monats für ein paar Tage ausreisen und habe mich für das ärmste und größte Land Mittelamerikas entschieden: Nicaragua und hatte somit die Möglichkeit mir selbst einen Eindruck vom Länder der "tausend Vulkane und Seen" und den Nicas zu machen. Begleitet von Freunden ging es mit dem Bus nach 10-stündiger Fahrt in die am großen Nicaraguasee gelegene Kolonialstadt Granada.
Granada ist die älteste Stadt Mittelamerikas und bietet neben den vielen bunten Häusern und Gebäuden im Kolonialstil mit netten Cafés und kleinen Inselchen im See einen unglaublichen Blick auf den Vulkan Mombacho mit seinen Rauchschwaden.
Wir hatten wunderschöne Tage dort und auch das Glück, dass wir von einer Einheimischen die Umgebung und ihr Lands mit allen den Geschichten, Bräuchen und Liedern gezeigt bekommen haben.Seit Neustem macht Nicaragua wieder weltweit große Schlagzeilen mit einem geplanten künstlichen Kanal mitten durchs Land, der von chinesischen Investorensubventioniert wird und ein Konkurrenzkanal zum nun 100-jährigen Panamakanal darstellen soll.
Kaum war das kleine Abenteuer in Nicaragua beendet wurde ich mit offenen Armen und strahlenden Gesichtern von meiner Familie empfangen und sogleich wieder in die täglichen Abenteuer der Familie eingebettet. Es ist so ein schönes Gefühl Familienmitglied zu sein und nicht als Angestellte behandelt zu werden Spätestens an dem Tag als meine niñas  von meinem Teller im Restaurant genascht und stibitzt haben wusste ich bin ein "akzeptiertes Familienmitglied"
-mit so einem schönen Gedanken mach ich nun an dieser Stelle einen Punkt, damit ich noch meine Vorbereitungen für die kommende Reise mit meinem Freund fertigstellen kann.
Seid herzlichst gegrüßt von eurer glücklichen Leonie im Lande der Ticos! PURA VIDA!


Puerto Viejo:
ganz bunt und fröhlich wie diese Bar/Restaurant


Puerto Viejo: Sonnenaufgang


Tamarindo (Pazifik): playa avellana



Tamarindo Villa blanca/unser Ferienhaus
 
 
Über den Dächern von Granada
 
 
Typische Tracht von Nicaragua


Unsere liebe Reisebegleiterin
Affeninsel auf einer der "islitas"


 
 Auf dem Vulkan Massaya
 

Transportmittel der Ärmeren

Typisches Frühstück: Gallo Pinto mit Rührei
 

mi familia :)



unterwegs auf dem Vulkan Irazú
Halloween im Condominio




Mittwoch, 1. Oktober 2014

Mes de la Patria

Costa Rica ist durch den Einfluss der Spanier in der Vergangenheit ein Land, das vom katholischen Glauben sehr geprägt ist und dieser eine große Rolle im Alltag der Costaricaner spielt. Nicht nur in den Namen einiger Städte, welche nach Heiligen benannt sind: San Franzisco, San José, San Antonio , begegnet einem dieser Einfluss der Religion. So hört man zum Beispiel den Namen Maria in allen vorstellbaren Arten und Kombinationen tagtäglich im Menschengewirr der Stadt: zugeflüstert,geschrien,..zu Großen,Kleinen,Dicken und Dünnen! Und zu aller Überraschung zucken mindestens 5 Köpfe.
Aber nicht nur in der Namensgebung wird die Wichtigkeit der Religion deutlich, sondern es gibt noch  viele weitere Beispiele, so auch die große Anteilnahme an religiösen und nicht religiösen Feiertagen. Einer der wichtigsten und meistgefeierten Feiertage ist  der "día de la independencia" am 15. September. An diesem Tag im Jahre 1821 wurde Costa Rica zusammen mit anderen zentralamerikanischen Ländern von Spanien unabhängig.
Zur Feier dieses Tages gibt es am Vortag bei Dunkelheit viele Paraden mit Schulkindern und ihren Laternen, welche meistens in Form eines traditionellen Hauses sind. Die großen Feierlichkeiten mit Straßenparaden mitsamt Fahnenträger,Musikgruppen,. und ausgelassenen Festen finden dann am darauffolgenden Tag statt. An diesem Tag steht für alle die Arbeit still und die Ticos machen das was sie am Besten können: ausgelassen feiern,essen und tanzen.
Neben der Leibspeise der Ticos "Gallo Pinto" wird an solchen Feiertagen die ganze Bandbreite an unterschiedlichsten Köstlichkeiten angeboten.
Die costa-ricanische Küche ist nicht besonders reich an Variationen oder Raffinessen, sondern im Vordergrund steht mehr die Einfachheit und dass es "schmackhaftkräftig" ist.
Neben dem Grundnahrungsmittel Reis stellen Tortillas (Maisfladen),Kochbananen und Nudeln weitere Basiszutaten dar, welche dann je nach Tageszeit, Persönlichkeit und Lust und Laune mit den Reichtümern des LAndes kombiniert werden.
Die Vielfalt an Gemüsesorten,Früchten und Nüssen ist gigantisch groß und lässt das Auge förmlich mitessen-vor allem beim Anblick der Früchtepyramiden der Ferias (offen Märkte)
Auf meinem Teller landen des Öfteren für mich undefinierbare aber essbare Köstlichkeiten. Entweder a) kenn ich wirklich nicht, b) undefinierbar, c) ich hab aufgrund der Vielseitigkeit es einfach wieder vergessen. Aber dank meiner Gastfamilie bleiben die offenen Fragen über Essen aber auch Land,Leute,Geschichte,.. nicht lange unbeantwortet und sie erzählen liebend gern einem extranjero- Fremden wie mich Dinge über ihr Costa Rica.
Mein persönliches Highlight bei so einem tropischen Klima sind jedoch die vielseitig benannten Fruchtgetränke: batidos,bebidas naturales,smoothie,fresco,.. welche variabel mit Eis oder Milch frisch im Mixer zubereitet werden und einfach lecker erfrischend sind!
Um mein morgendliches Zumba nicht vorlauter begeisterter Blogschreiberei verpasse, schicke ich euch an der Stelle liebe Grüße von mir und wünsche euch ¡buena suerte!- viel Glück bei was auch immer ihr gerade meistert.

farola tradicional-eine typische Laterne der Kinder
Die typische Tracht und Tanz der Frauen

einer von vielen batidos ;)

Samstag, 13. September 2014

Pura Vida

Pura Vida: Das Lebensmotto der Ticos- zu Deutsch pures Leben- wird hier in Costa Rica oft zur Begrüßung, zum Abschied oder als Ausdruck von Freude verwendet und beschreibt das Lebensgefühl der Costaricaner sehr gut und kompakt in zwei kleine Wörter.
Als Teil einer costa-ricanischen Familie erfahre ich dieses Lebensgefühl tagtäglich am eigenen Körper. Egal ob man mit verschlafenen Gesichtern das morgendliche Gallo Pinto (weißen Reis mit Bohnen und variabel dazu Eier,Käse,Kochbananen) zu sich nimmt, man von einer heftigen Regenwalddusche aus heiterem Himmel überrascht wird oder man sich in das Getümmel der Avenida Central begibt..Zeit für ein Lächeln und ein wenig Gelassenheit gibt es immer.
Die "Ticos" und "Ticas",wie sie sich selbst nennen, sind sehr stolz auf ihr Land und genießen einen größer werdenden Wohlstand, da dank der Abschaffung des Militärs in den 50gern viel Geld in Bildungssysteme gesteckt werden konnte.
Dies hat nicht nur zur Folge, dass das Bildungsniveau annährend mit dem europäischen Niveau verglichen werden kann sondern auch zunehmend die Kriminalität sinkt.
Da die florierende Wirtschaft sehr stark von Amerika abhängt wird der amerikanische Einfluss auf Kultur,Essen und Sprache zunehmend größer.
Am Stärksten werden die Veränderungen bei den Kindern deutlich so gibt es beim Kindergeburtstag keine traditionelle Piniata mehr sondern wird ersetzt von riesigen künstlichen Torten und "Schnick Schnack", anstatt schöne Märchenbücher am Abend gibt es Unterhaltung von Disney und auch Kinderlieder sind für die Mädels " super owt" -> out und stattdessen werden die Charts hoch und runter gehört.
Aber das absurdeste Beispiel ist für mich ist immer noch die Tatsache, dass obwohl Costa Rica weltweit einer der beliebtesten Kaffeesorten besitzt und produziert ,der Kaffee beim Starbucks nebenan  mit der Aufschrift: Café de Costa Rica  gekauft wird.
So genieß ich jeden morgen, nachdem die Mädchen in der Schule sind, eine Tasse weitgereisten heimischen Kaffee beim morgendlichen Frühstücken und Tratschen mit meinen Gasteltern.
Mittlerweile bin ich hier richtig schön in die Familie integriert und übernehme die unterschiedlichsten Rollen: große Schwester, Spielkameradin, Köchin, großes Kuschelkissen ,Basteltante, Friseurin, Zuhörerin, Streitschlichterin, Touristin, Spanischlernende,..im großen und ganzen ein Nehmen und ein Geben. Als Gegenleistung für meine Zeit und Energie mit den Mädchen sehe ich viele unterschiedliche Plätze in Costa Rica bei den wochenendlichen Ausflügen, lerne so das Land mit seinen Leuten hautnah kennen und erlerne nebenbei eine weitere Sprache.
Meine neue Heimatstadt San José ist in vielerlei Hinsicht eine konträre Stadt: Neben den Blechhütten der Ärmeren entstehen vielerlei condominios (gated communities ) mit großen stabilen Häusern.Während es in den Randgebieten viel grün zu sehen gibt ist das Zentrum der Stadt versiegelt und der Smog ist ein alltäglicher Begleiter außerdem ist es in höher gelegenen Gebieten teilweise sehr frisch und im Zentrum dagegen gleich um  5-6 °C wärmer und sehr schwül.
Trotz allem liegt San José durch seine zentrale Lage genial um tägliche Ausflüge in verschiedene Regionen zu machen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
Um noch einiges an Erzählmaterial für kommende Einträge aufzubewahren setzt ich an dieser Stelle mit einem glücklichen und zufriedenen Leonielächeln einen (.) Punkt und wünsche euch an der Stelle: Pura Vida! ;)
kleine Inidanerbemalung

Sonnenuntergang vom Balkon aus :)

der selbstgebastelte Schneemann im Einsatz zur Erheiterung der Kinderherzen :)


Donnerstag, 28. August 2014

Bienvenidos a Costa Rica















Ihr Lieben!
Dieser feine und kleine Blog habe ich für Euch erstellt, damit ihr trotz weiter Entfernung mir doch sehr nahe sein könnt und ich meine Erfahrungen/Erlebnisse mit euch teilen kann.
Mein neues Zuhause für die nächsten Monate liegt in San José genauer gesagt in einem "condominio" (gated community) im Osten der Stadt.
Dort bin ich in einer liebenswerten Familie als Au Pair untergebracht und hab so die Möglichkeit meine Spanisch Sprachkenntnisse zu verbessern und  das Land mit seinen " Ticos" hautnah kennenzulernen.
Meine Reise begann am 24. August mit meinem 14-stündigem Flug über Santo Domingo nach San José direkt in die Arme meiner Gastfamilie. Diese besteht neben den Eltern aus drei sehr süßen Mädchen im Alter von 6-12, welche mich ganz schön auf Trapp halten und meine Kreativität zum Einsatz kommen muss.
Die vielen Bedenken im Voraus ob 6 Monate Au Pair das Richtige für mich ist sind mittlerweile verflogen,wenn ich in die dankbar strahlende Gesichter der Mädchen schaue und meine Situation betrachte.
Für mich ist es wichtig ein geschütztes und familiäres Zuhause zu haben, welches meine Freiheiten  nicht zu sehr einschränken und ich meinen eigenen Interessen wie Reisen nachgehen kann.
Also alles in Allem ich schau freudig auf all das Kommende mit seinen Abenteuern und Erlebnissen.
¡hasta pronto!